Einleitung

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Die geschenkte Zeitung
Der Raum des Politischen als Anhängsel der Warenöffentlichkeit

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Der Wochenblatt-Schwindel des Prenzel-Soli-Komitees

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„Aufpassen, was im Stadtteil vor sich geht …“

„Hautnahe und stadtteilbezogene Lokalberichterstattung über alle Parteigrenzen hinweg“: Titelseite des Eimsbüttler Wochenblattes vom 28. Mai 2009, ganz nach dem Geschmack des Prenzel-Soli-Komitees.

Für Ordnung & Sicherheit im „Quartier“ sorgt im Zweifelsfall die Bürgerwehr. Die regelmäßige Berichterstattung über Bürger, die gerne den Helden spielen, gehört zum Konzept der Werbeblätter, die ihre Anzeigen zielstrebig in einem reaktionären Heimatdiskurs einbetten. Das Foto ist von Arndt Prenzel, der Text eine Mischung aus Polizeibericht und eigener Dichtung.

Textauszug: Zeuge Willhöff. „Ich hätte ihm wohl besser eine Bierflasche über den Kopf gezogen.“ Polizeichef Süßen wehrt ab: „Sie haben sich schon genug in Gefahr gebracht“, lautet sein Rat. Reinhold Willhoff will auch künftig aufpassen, was im Stadtteil vor sich geht. Er hat als Wachmann gearbeitet und pflegt einen engen Kontakt zu den bürgernahen Beamten.

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Eims-Net – Teil 1

Die Geburt des „alternativen“ Anzeigenblattes Eims-Net aus einer populistischen Schwindelkampagne für eine Springer-Werbepostille

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Hamburger Morgenpost, 6.07.2009
Enttäuschte Leser gründen Stadtteilzeitung
Die Kündigung von Stadtteil-Reporter Arndt Prenzel gab den Ausschlag. Aus Wut darüber gründete Peter Gutzeit (63) jetzt „Eims-Net“, eine neue Stadtteilzeitung für Eimsbüttel und Umgebung. „Arndt Prenzel war das Sprachrohr des Bezirks. Es war die Wut im Bauch, die uns animiert hat, diese Zeitung zu gründen“, sagt Peter Gutzeit, Musiker und Ex-Herausgeber der Stadtteilzeitung „HH19″. Zusammen mit fünf Journalisten hat er jetzt „Eims-Net“ auf die Beine gestellt. Eine kostenlose elektronische Zeitung, die es nur als PDF-Datei unter www.eims-net.de im Internet gibt. Wer das E-Paper abonniert, erhält jeden Monat die neueste Ausgabe und jede Menge Infos rund um den beliebten Stadtteil. Links: www.eims-net.de

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Eims-Net – Teil 3

PR, Schleichwerbung, Kaltakquise und politisches Empfehlungsmarketing bei Eims-Net

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Eims- Net – Teil 2

Die Blumen des NABU

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Anzeigenblätter als Behördenplattform

Staat und Anzeigenblätter

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Amtliche Bekanntmachungen von Hamburger Behörden im Eimsbüttler Wochenblatt. Links: Freiwilliger Arbeitsdienst „Hamburg räumt auf“ (Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, 2009). Rechts: Partizipations-Simulation „Erste Bürgerveranstaltung zur Lärmaktionsplanung“ (Bezirk Eimsbüttel, 2009).

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Deutsche Erinnerungskultur

Lokal und Rechts (1) – Beispiele deutscher Erinnerungskultur in Anzeigenblättern

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Deutsche Erinnerungskultur im Wochenblatt

(Text: Arndt Prenzel)

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Schill-Partei

Lokal und Rechts (2) – Die Normalisierung der Rechten im sublokalen Raum

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Der redaktionelle Teil der Anzeigenblätter

Über den „redaktionellen Teil“ der Anzeigenblätter soll der „Heimatbezug“ der Werbung hergestellt werden. Entsprechend sind Auswahl, Inhalt und Stil der Beiträge an den Erwartungen der Anzeigenkunden orieniert. Das schließt die Vereinnahmung von „Bürgerprotesten“ nicht aus.

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Formen medialer Rhetorik des Lokalen

Visualisierung und Rhetorik des Lokalen – eine empirischen Bestandsaufnahme

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Visualisierung und Rhetorik des Lokalen – eine empirischen Bestandsaufnahme


Die scheinbar unverdächtige Darstellung ist in Wirklichkeit Herstellung von Macht und Herrschaft. Sie folgt dem Modell der repräsentativen Öffentlichkeit. Amtsinhaber, „Investoren“ und ihre Manager werden als „Macher“ und „Entscheider“ inszeniert, die dem Publikum mit dem Finger zeigen, was sie (haben) wollen und wo es „lang geht“.

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Vom Elend des bürgerlichen Journalismus

Überregional, Lokal, Sublokal: Gegenwart und Zukunft des bürgerlichen Journalismus

Ausgewählte Beispiele

Das Amtsinhaber-Interview
Demokratische Hofberichterstattung/Journalisten als Stichwortgeber

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Die mediale Konstruktion von Heimat

„Unser Quartier“ – Die mediale Konstruktion der Dorf-Idylle in den Anzeigenblättern

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Eimsbüttel im Wochenblatt –
eine medial konstruierte Dorf-Idylle wie im Kinderbuch

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(Text folgt)

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Drehort Wochenmarkt


Dorfszene: „Die Bürger sammeln Unterschriften“. Filmstill aus der TV-Sendung ZAPP mit Wulf Beleites (Die Linke) in der Rolle des vom Springer-Verlag enttäuschten Bürgers. Drehort ist ein von der CDU „geretteter“ Wochenmarkt in Hamburg-Eimsbüttel.

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„Den Kampf um den Schlump Markt haben die Marktleute mit Prenzels Hilfe gewonnen“ (freie Dichtung in ZAPP vom 1.7.2009). „CDU-Erfolg: Schlump-Markt bleibt (die harten Fakten im Wochenblatt vom 2.10.2008).

Ob Mopo oder Zapp – die Mainstream-Journalisten fühlen sich dem Lokalreporter des Anzeigenblattes auch deshalb so nahe, weil sie längst mit den selben Methoden arbeiten. Es ist daher kein Zufall, dass die Mainstream-Journalisten ihrem Publikum konkrete Beispiele von den Heldentaten ihres Anzeigenblatt-Kollegen vorenthalten. Das einzige Beispiel findet sich in der ZAPP-Sendung, wo behauptet wird, der „Kampf“ um den Erhalt eines Wochenmarktes an der U-Bahn-Haltestelle Schlump sei „mit Prenzels Hilfe gewonnen“ worden. Wieso Kampf? Gegen WEN wurde „gekämpft“? Tatsächlich war die „Rettung des Schlump-Marktes“ eine Kampagne der CDU, über die in Bild, Welt, Abendblatt und Wochenblatt gerne berichtet wurde. Mit etwas „Recherche“ und „Qualitätsjournalismus“ hätten die ZAPP-Macher das herausfinden können. Vor allem aber: Mit etwas politischem Verstand wären sie auf die Frage gestoßen, welche symbolische Bedeutung selbst ein Mini-Wochenmarkt in einer Seitenstraße (8-10 Stände für einige Mittelschichthausfrauen; alle anderen gehen zu Penny) für die mediale Konstruktion von lokaler Heimat hat, für eine Bedeutungsfeld also, das in den gesellschaftspolitischen („Hilfe zur Selbsthilfe“, „gemeinnützige“ Arbeitspflicht, soziale Kontrolle) und wirtschaftspolitischen („Förderung lokaler Wirtschaft“, „Bildung lokaler Eliten“) Konzepten der Großverlage (denen die Anzeigenblättern gehören), der CDU und anderen Parteien eine große Rolle spielt:

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Die Förderung lokaler Gewerbe ist ein Dauerthema der am Anzeigenkunden orientierten „Lokalberichterstattung“ der Wochenblätter. Da ist jeder Politiker willkommen, der eine Subvention, niedrigere Löhne, die Verlängerung der Öffnungszeiten und mehr Streifenpolizisten verspricht. Vor einigen Jahren war es noch Mario Mettbach, damals Funktionär der rechten Schill-Partei und Senator im Schill/Beust-Senat, der die Titelseiten der Anzeigenblätter beherrschte, nachdem er das „Lokale“ zu seinem Thema gemacht hatte. (Titelseite des „Eimsbüttler Wochenblattes“ vom 8. Mai 2002. Text und Foto: Arndt Prenzel).

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PR-Journalismus

Gekaufte Texte. Die Praktiken der (kaum) verdeckten Schleichwerbung

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Wie stellt man eine Privatisierungsfeier, die nicht ganz nach Plan gelaufen ist, als Erfolg dar?

Zunächst, indem man die unvermeidliche Anwesenheit jener "Prominenten", die bei diesem Millionen-Deal eine Haupt- oder Nebenrolle gespielt hatten, als private Ent- scheidung darstellt: Sie kamen "trotz starken Regens". Sodann, indem man jene, die abgesagt hatten (z.B. das im Wochenblatt angekündigte "Team von Viva con Agua", siehe Bild 9) und jene, die ungeladen kamen (die Flugblattverteiler/innen der Initiative gegen
die Bebauung des Sparbierplatzes
, siehe Bild 13), einfach unerwähnt lässt.

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